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Soul Calibur II

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~ Soul Calibur II ~



Mit "Soul Calibur II" erschien Ende September 2003 der lang ersehnte Nachfolger der Prügel-Hits "Soul Calibur" (Dreamcast) auf allen drei großen Konsolen. Jede Version bekam je nach Konsole einen exklusiven Charakter spendiert - Heihachi aus der "Tekken"-Reihe auf der PS2, Comic-Held Spawn auf der Xbox und schlussendlich der allseits beliebte Link, ausnahmsweise als echte 3D-Figur, aus der "Zelda"-Serie auf dem GameCube.

Wie schon beim Vorgänger gibt es auch in "Soul Calibur II" eine Storyline, die von Charakter zu Charakter unterschiedlich ist.
Alle haben jedoch das gleiche Ziel: Sie wollen die böse Klinge "Soul Edge" finden, sei es, um sie zu führen und noch mächtiger zu werden, oder um sie endgültig zu zerstören und den Frieden im Land wieder herzustellen. Links Storyline passt eigentlich nur wenig ins "Soul Calibur"-Universum und wirkt etwas aufgesetzt, da er aus einer anderen Welt stammt und das Seelenschwert nur deshalb vernichten will, weil es mit seinen dunklen Kräften die Parallelwelt bedroht, in der er zu Hause ist.

War schon "Soul Calibur" 1999 grafisch eine Wucht, ist der Nachfolger jetzt noch mal eine kleine Ecke besser. Neben der lupenreinen und ziemlich scharfen 3D-Optik überzeugen vor allem die geschmeidigen und sehr abwechslungsreichen (Gesichts-)Animationen der Spielfiguren.
Es macht einfach Spaß, Mitsurugi, Voldo, Nightmare, Link & Co beim Kämpfen zuzuschauen, da alle Bewegungen sehr dynamisch und effektvoll in Szene gesetzt wurden. Natürlich sind auch die Spezialeffekte überragend - zwar spritzt kein Blut und die Kämpfer wirken nach Treffern in keiner Weise lädiert, die "Wisch"-Effekte beim Schwingen der Waffen und die sprühenden Funken bei Treffern sind jedoch absolut superb und machen förmlich süchtig nach mehr.
Auch die Special-Moves sind mit diversen Licht- und Blitzeffekten großartig in Szene gesetzt worden.

Der Soundtrack ließ ebenfalls schon in "Soul Calibur" nichts zu wünschen übrig, genauso verhält es sich mit der Musikuntermalung im zweiten (bzw. dritten, wenn man "Soul Blade" mit einbezieht) Teil.
Jede Kampfarena hat eine eigene Hintergrundmusik, welche die dramatische Stimmung während der Kämpfe perfekt unterstreicht und auch thematisch zum Schauplatz passt, was vor allem in asiatischen Gefilden und in düsteren Kerkern deutlich wird.
Natürlich sind auch die übrigen Soundeffekte von herausragender Qualität - das Geklirr der Waffen klingt genauso gut wie die einzelnen Stimmen der Spielfiguren. Im Gegensatz zum Vorgänger sprechen die Charaktere nun übrigens nicht mehr Japanisch, sondern Englisch; somit lassen sich die Sprüche natürlich sehr gut verstehen, zumal auch die Auswahl der Stimmen respektive Synchronsprecher gut gelungen ist.
Besonders ansprechend ist allerdings der Kommentator, der vor jedem Kampf einen Spruch aus seinem Standard-Répertoire ablässt. Auch wenn sich die Sprüche recht bald wiederholen, sie klingen immer wieder gut; Beispiel gefällig? - "Watched over by the almighty ones, they unleash their fury" oder "Now, two souls are fiercely entangled", um nur zwei der vielen guten Sprüche zu zitieren.

Wie schon die beiden Vorgänger und die Spiele der "Tekken"-Serie, ist "Soul Calibur II" ein Prügelspiel, das nicht nur dreidimensionale Grafiken vorzuweisen hat, sondern auch dreidimensional spielbar ist - das heißt, dass das Bewegen im Raum möglich ist und man manchen Attacken so ganz einfach ausweichen kann.
Dennoch konzentriert sich das Gameplay vornehmlich auf den Waffenkampf an sich; jeder Charakter hat mehrere Angriffsvarianten auf Lager, neben den Special-Moves verfügt jede Figur auch über die Standard-Attacken "Vertikaler Schlag", "Horizontaler Schlag" und "Tritt" sowie einen Block, um sich vor gegnerischen Angriffen wirksam zu schützen. Die Standard-Aktionen sind sehr leicht auszuführen, weshalb auch Anfänger und Genre-Neulinge gut ins Spiel finden und mit ein wenig Glück schon ziemlich bald erfahrene Spieler besiegen können.
Dennoch ist "Soul Calibur II" eigentlich kein waschechter "Button-Smasher" - erfahrene Spieler des Vorgängers finden sich ebenso gut zurecht und haben dank den verschiedenen Sub-Varianten der Standardausführungen und den vielen, abwechslungsreichen Special-Moves ebenfalls ihren Spaß an "Soul Calibur II", zumal die Steuerung auf dem GameCube trotz des für Prügelspiele nicht unbedingt idealen Controllers recht gut von der Hand geht.

Dem Spieler wird neben sehr vielen - zum Teil erst frei zu spielenden - Kämpfern wie Mitsurugi, Taki, Voldo, Nightmare, Seung Mina, Astaroth, Sophitia, Xianghua, Cervantes, Ivy, Raphael und Link (insgesamt gibt es im Spiel 21 Stück, wenn ich mich nicht verzählt habe) und einer fast genauso großen Anzahl an Arenen auch eine wahre Flut an Modi geboten. Der Arcade-Modus sowie die genreüblichen Modi "Time Attack", "Survival", "Practice" und "VS" sind nur nettes Beiwerk - viel interessanter ist der Waffenmeister-Modus, der entfernt an ein Rollenspiel erinnert. Dort zieht man auf der Suche nach Soul Edge von Kampf zu Kampf, zwischendurch wird die Story per Text vorangetrieben. Auf der Suche nach dem ultimativen Schwert reist man durch die verschiedensten Gebiete bzw. Kapitel (Bonus- und Unterkapitel mit tonnenweise Extras inklusive), bekommt Erfahrungspunkte und Geld für jeden Kampf und kauft sich so neue Waffen oder Kostüme für die einzelnen Charaktere, oder man ersteht eine prachtvolle Bildergallerie, die man sich außerhalb des Waffenmeister-Modus ansehen kann.
Natürlich steigt der Schwierigkeitsgrad kontinuierlich, für Profis sollten die späteren Kämpfe jedoch kein Problem sein. Aber auch Anfänger können das Spiel mit ein wenig Übung meistern, da die Kämpfe nur selten unfair sind und man glücklicherweise jede Mission beliebig oft bestreiten kann, sodass man irgendwann herausfindet, was man anders bzw. besser machen muss, um den Kampf zu gewinnen. Es hilft beispielsweise, die Waffe häufiger zu wechseln, da jede bestimmte Vorzüge aufweisen kann und von Kampf zu Kampf unterschiedliche Taktiken erforderlich sind.
So vergehen viele Stunden, bis man den Waffenmeister-Modus komplett durchgespielt hat.

Spaß macht natürlich auch der Multiplayer-Modus, in dem man wie in den meisten Prügelspielen üblich gegeneinander antreten kann. Hier sind dann - erfolgreiches Freispielen im Waffenmeister-Modus vorausgesetzt - auch noch drei Bonus-Charaktere verfügbar, die man in den Einzelspieler-Modi leider nicht anwählen kann: Die aus den Vorgängern bekannten Berserker (Rock), Assassin (Hwang) und Lizardman.

"Soul Calibur II" ist die neue und glücklicherweise Konsolen übergreifende Referenz im Beat'em-Up-Sektor, selbst den überragenden Vorgänger stellt es klar in den Schatten, wenn auch grafisch keine extrem großen Unterschiede zu erkennen sind.
Dank der Waffen und der sehr leichtgängigen und präzisen Steuerung machen die Kämpfe unheimlich viel Spaß und motivieren längere Zeit auch außerhalb des Waffenmeister-Modus. Letzterer ist aber natürlich das Prunkstück und die Trumpfkarte im Vergleich zu anderen Prügelspielen, weil die Story dort sehr viel genauer erzählt wird und man zusätzlich viele Extras frei schalten kann, die auch in den anderen Modi eingesetzt werden können.
Für jeden Prügel-, Waffen- und/oder Fantasy-Fan ist "Soul Calibur II" ein absoluter Pflichtkauf, aber auch alle anderen Videospiel-Fans sollten mal einen Blick respektive Probekampf riskieren, denn dieses Spiel sollte man sich nicht entgehen lassen.

by CT


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!ckS-
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